Der Scheißeprinz

Bonusmaterial zum Kunstwerk:

Dirty Julian

Für diesen Zustand gab es nur eine Beschreibung: Delirium wegen verlorenem „Alles“. Also tippte er sich seine gelben Fingerspitzen wund, mit zwei Phones gleichzeitig, während auf dem dritten der bayerische Söder-Eumel, von der besten Wurst erzählte, die er je gegessen hatte. Für einen kurzen Moment, als er ein besonders treffendes Vulgär verfasst hatte, war das Gefühl von Macht spürbar wie einst, hinten am schmutzigen Hemdkragen, im fettigen Nackenflaum. Seine Haare dort hinten erhoben sich und standen soldatisch im alltäglich abgesonderten Talg. Er fühlte sich wie derjenige, der er mal war, derjenige, der befehlen und junge Frauen auf Knie zwingen konnte – eine Wurst mit Macht, aber ohne Macht über die eigenen Verrohungsprozesse. Was für Widersprüche diese Welt bereitzuhalten vermag, Wahnsinn! Aber dann war das Gefühl wieder vorbei. Dann doch nur wieder Qualm und Schweiß, die stechende Geruchsbeweislast dafür, dass ein Menschleben außer Kontrolle geraten ist. Nur Gestank im Nius-Büro. Das Feldbett übersäht mit vollgewichsen Taschentüchern. Man hört ihn immer noch tippen und lachen wie ein Frettchen. Bis zum Morgengrauen.

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