Da ich gerade persönliche Erfahrungen mit der Wucht und Kälte von Systemen machen durfte, ein paar weitere Gedanken:
Die subjektive und gesellschaftliche Dehumanisierung ist u.a. ein emotionaler Prozess. Eine Verneinung von Gefühlen des Miteinanders, des Dazugehörens, des Nächstenliebens (wie altmodisch). Eine Rückzugskampf in das Formale, die Regelungssysteme, um das Funktionieren zu gewährleisten, im Subjekt und im Objekt. Das Nicht-Messbare des Dazwischen, dessen sich nur jeder selbst durch eigenes Spüren vergewissern kann, ist wertlos, wenn auch nostalgisch konserviert ins „Private“ verdrängt, bei Prozessen, die Kalkül verlangen und gleichsam lebenseinschneidend sind. Dort sind sie das erste Opferlamm auf dem Altar der Manageability vom „ganzen, großen Scheiß“, dessen Manageability zumindest scheinbar sein muss, damit wir nachts schlafen können. In einer zu komplexen Welt, ist Mitgefühl zu kompliziert. Und Verantwortung ein bloßer Amboss, unter dem Zerschellen zu dürfen, sich niemand mehr traut.
Auch wenn es schwer ist und euch schlecht gehen sollte, in der Auseinandersetzung mit Inhumanität, bleibt schön, stark und komplex! Und Mensch unter Menschen.
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